fredag den 13. november 2015

Via de la Plata - en positiv oplevelse

Der har været en del kritik af Via de la Plata det seneste halve år på diverse hjemmesider. Her en helt modsat rettet beretning.
Denne hjemmesides redaktør gik Via de la Plata i foråret 2012 - hele vejen 1.000 km. fra Sevilla til Santiago via Orense. Altså først Via de la Plata fra Sevilla til Zamora. Derefter Via Sanabres til Santiago. Turen blev klaret på 33 dage, og det var en meget stor oplevelse - både selve ruten, byerne undervejs, men ikke mindst godt selskab af medpilgrimme, samt gode oplevelser i form af pilgrimsmesser, sympatiske præster, samt gode herberger undervejs.
I det forgange halvår har jeg læst en del negativ omtale på nettet af Via de la Plata: "Manglende overnatning, beskidte herberger og ubehagelige oplevelser på stien". En del af denne kritik har jeg sendt videre på denne side til oplysning for dem, der kunne bruge det.
Men så forleden faldt jeg over en helt modsat beretning. Tyske Giselle startede sammen med en veninde i august-september i år fra Sevilla til Santiago af Via de la Plata og Via Sanabres. Samme rute som undertegnede i 2012. Hun er fuld af lovord om sin pilgrimsvandring, og hun har lavet en ret udførlig beretning på nettet om sine oplevelser. Efter et par uger på ruten melder veninden fra, men det får ikke Giselle til at stoppe. Hun fortsætter glad alene. På et tidspunkt kæmper hun med væggelus, men det finder hun hjælp til at bekæmpe, og endelig efter 6 uger når hun Santiago.
Hendes beretning gengiver jeg her - på tysk, som jeg håber, at de fleste interesserede kan læse. Inden får i et morgenbillede fra min egen forårstur i 2012.

Liebe Via de la Plata - Freunde, und alle, die es vl mal werden wollen...
Hier versuche ich nun, einen etwas detaillierteren Bericht zu verfassen... Puuuhhh 6 Wochen! Das war lang!!!!! Nun gut, ich versuchs:
Catherine und ich flogen am 22.08 von Brüssel/Charleroi (Belgien) nach Sevilla, wo wir planmässig gg 17:00 landeten und per Bus in die Stadt fuhren um uns im Triana Backpackers einzuchecken. - Tolle Herberge, kann ich nur empfehlen!!! Kurzentschlossen traten wir gleich am nächsten Morgen unsere erste Etappe an, nach Guillena; auch wenn man uns diese Etappe abgeraten hatte, weil die Vorstadt von Sevilla angeblich nicht sicher ist, kamen wir ohne Probleme und recht schnell aus der Stadt und um 14:00 war Guillena erreicht!. Die Temperaturen waren erträglich. Auch der Weg nach Castilblanco de los Arroyos war ohne besondere Vorkommnisse (ausser, dass ich unterwegs meine Sonnenbrille verlor) und die Herberge dort sehr schön, besonders durch die Hospitalieras Betty und Valerie - die uns warmherzig empfingen.
Die 3. Etappe nach Almaden de la Plata war hingegen sehr anstrengend! 17km Strasse und am Ende der 29,7km noch ein Berg den es zu erklimmen und herabzusteigen gab, war extrem kräftezehrend! Völlig fertig erreichte ich die Herberge. Die erste Blase war der Lohn :-(.
Bisher waren die Dehesas der Sierra Norte ohne Vieh, was sich aber dann änderte! Erst Schafherden, dann Ziegen und die berühmten Patta Negras (Schweine) ... selbst ich, die auf dem Land zwischen Kühen und Schafen aufwuchs, war begeistert! Von den Geiern und Adlern ganz zu schweigen!
Die Temperaturen lagen so um die 33° und mittags etwas über 36° aber trotzdem ertragbar!
Der Weg nach Monesterio wurde sehr heiss, mein von Fred M@rio empfohlenen Schirm tat seine Dienste. In Monesterio trafen wir auf weitere 2 Pilger, und das dortige Freibad erlaubte Pilgern beim vorzeigen des Pilgerpasses kostenlosen Eintritt, was Cathrine und ich uns natürlich nicht entgehen liessen! Kam gut!!!!!!! ;-)
Die Meseta ist karg und bietet kaum Abwechslung, aber trotzallem ist es schön hier!
Die Farben, die sich uns jeden Morgen bei Sonnenaufgang boten, waren berauschend! Goldgelbe Landschaften, und ich hatte nicht den Eindruck, dass alles verdorrt war! Klar, das Gras war nicht mehr grün, aber die Bäume waren es, und es gab auch Blumen am Wegesrand! Man musste nur hinsehen! Die Furten waren fast alle ohne Wasser, was uns jedoch nicht störte!
In Fuente de Cantos kehrten wir in die Touristische Herberge "el Zaguan de la Plata" ein... was für ein Palast! so schön!!!! Mit Pool! was will der geschundene Pilgerkörper mehr?! Dort hatten wir Fledermäuse, die tagsüber flogen und wie Kamikazeflieger Wasser aus dem Pool schöpften... und dabei auch hinein stürtzten... Aber ich rettete sie natürlich :-) ein wahres Naturschauspiel!

Mittlerweile waren wir zu 4. eine Holländerin, ein Franzose, Catherine und ich.
Zafra war die erste grössere Stadt! Eine moderne Stadt, die trotz aller Hektik ihren Charme hat. Dort war es am heissesten ..; 39°!!!
Der Weg nach Torremejia hingegen war wirklich öd und hart! Stundenlang durch Weinfelder und Olivenplantagen auf nicht enden wollenden Schotterpisten ohne Schatten... GsD war ich da nicht allein. Wenn ich mir jedoch diesen Weg bei Regen vorstelle, wo ich mich noch nichtmal auf den Boden hätte setzen können, war dei Entscheidung, zu dieser Jahreszeit zu gehen für mich die richtige!
Merida! Wunderbare Stadt!!!! Während Catherine sich die römischen Ausgrabungen und Museen ansah, erkundete ich im alleingang die stadt... dabei wurde ich spontan von Spaniern eingeladen mit ihnen zu feiern und Tapas und Wein zu geniessen... einfach so! Wo gibt es das schon? Das wird unvergesslich für mich bleiben!
Bei der folgenden Etappe am Embalse de Prosperina hätte ich gerne ein Bad genommen, aber es war recht kühl an diesem morgen und so bin ich weiter!
Hallux und Valgus meldeten sich abwechselnd von unten herauf, ich schimpfte dann kurz und sie gaben Ruhe ;-)
So oft es sich einrichten lies, kochten wir selbst. Meistens Pasta, Salate, was eben schnell ging!
Die Herberge in Aljucen ist nicht die beste und hätte dringend neue Möbel nötig, aber man wird ja anspruchsloser mit der Zeit! Hier gesellte sich der Finne Peka zu uns.
Die Etappe von Aljucen nach Alcuescar war kurzweilig und ich merkte zum erstenmal: ich kann heute mehr! Also hingen wir noch 15km dran bis Aldea del Cano. Die Holländerin war in Alcuescar geblieben.
Auch wenn es von dort aus bis Cacerres nur 24km waren, so war es eine antrengende Etappe und die Vorstadt war absolut ätzend! Cacerres selbst hingegen war wirklich sehr schön! Dort entschieden wir (Catherine, der Franzose Jacques und ich) uns zum erstenmal den Bus zu nehmen, weil bei der nächsten Etappe am Ebalse de Alcantarra keine Übernachtungsmöglichkeit mehr für uns war - man hätte dort telefonisch reservieren müssen und der Preis lag auch nicht grad in unserem Budget - und 45km bis Canaveral zu gehen... näh! Also nahmen wir den Bus und gingen von Canaveral noch bis Grimaldo. Dort trafen wir erstmals auf "viele" Pilger! Franzosen, Spanier, Italiener und ja...auch Deutsche! Die mich doch glatt hier aus dem Forum erkannten (stille Mitleser ;-) ) Nun, W.... vl schreibste ja mal ;-)
Von Grimaldo ging es nach Carcaboso 35,7km. Das ist die Strecke, wo man nicht durch eine bestimmte Dehessa kann, weil der Besitzer den Druchgang verwehrt! Trotzdem ist der Weg gut gekennzeichnet und man wird jetzt über Riolobos (etwa 5km Umweg) geleitet, wo man auf jeden Fall Bars und ich glaub sogar eine Herberge findet! In Carcaboso kamen wir bei Dona Elena unter...ein wirkliches Unikum!
Dort entschied sich Catherine dann, den Weg hier abzubrechen und den Resturlaub anderweitig zu verbringen.
Jacques und ich jedoch nahmen am nächsten Tag die 40km in Angriff, von Carcaboso zum Arco de Caparra bis hin nach Aldeanueva del Camino. Ich meiserte diese Etappe mit links! Ohne auch nur eine Blase! (die vom Anfang war abgeheilt) ...ich war begeistert!
Die folgende Etappe nach Calzada de Bejar war nur 22,5 km lang, jedoch mit Berg...und da hab ich den Fehler gemacht, mir die Schuhe anders zu binden. GROSSER FEHLER!!!!! Nach nur 4km hatte ich eine zwar kleine, dafür aber sehr unangnehme Blase an der rechten Ferse. Diese Blase ärgerte mich fortan, obwohl ich alles dafür tat, dass sie wegging!
Unterwegs gesellte sich die 19 jährige Julie aus dem Schwarzwald hinzu.
In Banos de Montemayor verpasste ich die Gelegenheit, Geld zu ziehen...dummer Fehler, denn bis Salamanca gabs keine Môglichkeit mehr dazu zzzzz! Julie half mir aus und ich war gerettet!In Fuenterobble de Salvatierra waren wir in der Herberge vom charismatischen Don Blas, wo wir alle gemeinsam kochten, aßen und später in der Kirche auch einen besonderen Pilgersegen von Don Blas erhielten! Ein Erlebnis besonderer Art!
Zwei Tage später war Salamanca erreicht. Was für eine Stadt!!!!! Es war Fiesta und die ganz Stadt war geschmückt, überall Fressbuden und abends gratsi Konzert auf der Plazza Mayor... ich hätte noch Tage dort bleiben können!
Die folgenden Etappen von 36,7km bis El Cubo del Vino und 31,5km bis Zamora hatten es in sich! Meine Ferse schmerzte mittlerweile so sehr, dass es fast unerträglich wurde. Zamora konnte ich überhaupt nicht geniessen!
Die Etappe ab Zamora musste ich dann schliesslich in Montamarta nach 17,5km abbrechen! Mein komplettes rechtes Bein wollte nicht mehr! Schweren Herzens entschied ich mich, dort den Bus bis Tabara zu nehmen und mich dort erstmal zu pflegen! Es ging mir weder körperlich, noch mental gut; ich war sogar dabei darûber nachzudenken, abubrechen! Ein Anruf meiner Tochter halfmir, Ruhe zu bewaren und einen klaren Kopf zu kriegen.
Problem erkennen; Lösung finden; Lösung angehen; weiter gehen!
Also gut: Etappenplan überarbeiten! keine Etappe mehr über 25km! Einstweilen in Sandalen laufen! :-) Alles wird gut!
Nach 2 Tagen war der Fuß heil! GsD!!!!!
Von da an ging es mir blendend und ich genoss die einsamen Wanderungen, denn Jacques und Julie waren in Salamanca geblieben. Ich sah viele wilde Tiere.... kam mit Einheimischen ins Gespräch, es war einfach schön!
In Requejo traf ich auf neue Pilger; Däninen, Spanier, und auch wieder auf deutsche Pilger, denen ich hin und wieder schon begegnet war. Es wurde ein ganz toller Huafen aus uns! Ich werde keinen einzigen von ihnen vergessen! Bis Campobecerros blieben wir zusammen! Dort entschieden sich einge mit Taxi nach Albergueria zu fahren; ich hingegen blieb dort! Mit dem Resultat, dass ich mir dort Bettwanzen einhandelte!!!! Eine Plage, die ich keinem wünsche!!!!! Mir war zum heulen!

In Laza erhielt ich Hilfe von der Protection Civil (Zivielschutz), die mich mit Insektenvernichtungsmittel und Plastiksäcken versorgten; In der Apotheke besorgte ich mir ceme und Antihistaminikum gegen die Bisse... damit hatte ich dieses problem zumindest einstweilen wieder im Griff! Jedoch hatte mein Handy durch die die Spraybehandlung Schaden genommen und den Geist aufgegeben! So musste ich mir dann in Ourense ein neues kaufen ... Herrjeh, mir blebt aber auch nix erspart!

Je näher ich nach Santiago de Compostella kam, desto müder wurde ich und die Etappen wurden wirklich schwer für mich! Ich merkte: ich will nicht mehr! Ich will endlich ankommen! 6 Wochen sind echt lang! Ich hatte heimweh!

Und dann war es endlich soweit! Am 30.09;2015 kam ich mittags in Santiago an! Eine Erlösung!!!!! Und genau so fühlte ich mich! Erlöst!

Ein ganz besonderes Geschenk erhielt ich am darauf folgenden Tag, als ich in der 12Uhr Messe in den Gang zur Kommunion trat! ein grellknalliges orangenes Shirt driekt neben mir zog meinen Blick auf sich.... und ich traute meinen Augen kaum:
Illfuchur stand neben mir! Ich fasste sie an den Arm und wir fielen uns um den Hals! Unfassbar!!!!!
Den abend verbrachten wir dann noch gemeinsam wartend auf Julie, die sich via Facebook bei mir gemeldet hatte und an dem Abend ankommen sollte!

Ich traf schliesslich alle wieder, die ich unterdessen aus den augen verloren hatte...; alle trafen nacheinander ein!
Freitag verbrachte ich dann noch in Finisterre, Samstag im Bus zum Flughafen noch weitere Freunde getroffen und im Flughafen schliesslich und Endlich verabschiedet!
Um 21.00 Uhr landete ich wohlbehalten in Düsseldorf wo mic meine Familie erwartete; und um 23:00 war ich endlich wieder daheim!!!!!
Fazit: es ist eine wunderbare Route - hart, aber sehr schön! Ich habe die richtige Zeit erwischt! Ein Bett war nie das Problem- allerdings der Zustand mancher Herbergen!!!! Die Wahl über den Sanabres war die richtige!!

Ende gut! Alles gut!!